Buch

Ute Kapuschinski

Buch: Paul Maar: Wie alles kam – Roman meiner Kindheit

Empfohlen von: Ute Kapuschinski

Zum Teil unterscheiden sich die Kindheits- und Jugenderinnerungen des berühmten Kinderbuchautors und „Sams-Erfinders“ kaum von denen anderer seiner Generation:

Der Vater im Krieg, von (Stief-)Mutter und Omas liebevoll umsorgt, Umzug  vom Bomben-bedrohten Schweinfurt aufs Land zu Oma und Opa, auch unbeschwerte  Abenteuer mit dem besten Freund, wie die Kahnfahrten auf dem Main, Schulanekdötchen und Bandenstreit. Die aufregende Begegnung mit „dem Amerikaner“ . Erste Liebesabenteuer und  die erste große Reise nach Italien, dem Land der großen  Maler und Bildhauer.

Das Besondere daran: dieser typische freundliche Paul-Maar-Ton, nie wütend, immer verständnisvoll für die Eskapaden von Mensch und Schicksal. Selbst dem als Eindringling empfundenen Vater, der den früh lesenden und oft malenden Sohn als Weichling ablehnt, selbst dem prügelnden Vater kann er im Rückblick verzeihen.

Die wenigen Einschübe aus der Gegenwart, in denen Schmerz und Hilflosigkeit angesichts Noras Demenz, seiner ehemals klugen, fortschrittlichen Frau, sind sehr berührend und gehören zu den Höhepunkten der Biografie.

Sehr kurz nur erfährt man etwas über die Entstehung des Sams, über die Zeit als Autor gar nichts. Das wäre – von den zahlreichen Sams-Fans ersehnter –  Stoff für einen zweiten Teil der Biografie….