Buch

Ingrid Pohl

Buch: Andrew Sayer: Warum wir uns die Reichen nicht leisten können

Empfohlen von: Ingrid Pohl

„Wussten Sie, dass eine nachmittägliche Spritztour mit einer Superyacht auf dem Mittelmeer schon einmal 10.000 Liter Sprit verbraucht und der Umwelt mehr Schaden zufügt als ein durchschnittlicher Afrikaner in seinem ganzen Leben? Oder dass in der Bishops Avenue, der zweitteuersten Straße Londons, ein Drittel der Häuser leer steht? Diese Häuser gehören reichen Ausländern, die damit zuhause Steuern sparen und zufrieden zuschauen, wie in London die Immobilienpreise durch die Decke gehen.
Während die soziale Ungleichheit immer größer wird, ist der Reichtum der Reichen weltweit förmlich explodiert. Die Ursache dafür sind dysfunktionale Mechanismen des Marktes, die es den 1 Prozent Superreichen ermöglichen, durch die Kontrolle von Eigentum und Kapital jenen Wohlstand abzuschöpfen, den andere produziert haben. Andrew Sayer zeigt in seinem provokanten Buch, wie das funktioniert und warum sich eine gerechte Gesellschaft diese Art von Reichtum nicht länger leisten kann.“
Der britische Soziologe Sayer, Professor der renommierten Lancaster University, macht uns mit seinem gründlich recherchierten Werk deutlich, dass wir in unserer westlichen Demokratie gewisse scheinbare Grundgegebenheiten gar nicht mehr in Frage stellen, insbesondere die „Leistungslosigkeit“ der meisten Einkommen von Superreichen, die sich größtenteils auf Erbe, Zins, Mieten und oft auf schlimmste Spekulation sowie Ausbeutung gründet.
90 % der Menschheit lassen sich vom reichsten 1% nach Belieben dominieren, z.B. von Jeff Bezos – Chef von Amazon…! Sayer ist eine verständliche historische, philosophische, sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Analyse gelungen – und eine zornige: über die herrschende soziale Ungleichheit. Letztlich auch ein Appell an unsere Eigenverantwortung. Absolut erhellend und lesenswert!