Buch

Ingrid Pohl

Buch: Elif Shafak: Der Geruch des Paradieses

Empfohlen von: Ingrid Pohl

Drei junge Frauen stehen im Focus des Romans. Trotz Unbehagen der sehr religiös ausgerichteten Mutter verlässt Peri (im Roman die Verwirrte) mit Unterstützung ihres eher pragmatisch denkenden Vaters ihre Heimatstadt Istanbul für ein Studium in Oxford. Dort trifft sie auf Shirin, eine Britin mit iranischen Wurzeln (die Gläubige) und auf Mona, halb Ägypterin, halb Amerikanerin (die Sünderin). Drei Frauen mit ähnlichem Hintergrund und doch grundverschieden.

Die drei Studentinnen belegen ein besonderes Seminar bei dem charismatischen Professor Azur, der ihre Lebenswege entscheidend beeinflussen wird. Professor Azur – ein in Oxford umstrittener, weil unorthodoxer Geist – konfrontiert verschiedene Religionen und Glaubensrichtungen miteinander. Leidenschaftlich plädiert er dafür, niemals aufzuhören, miteinander zu reden, immer im Diskurs zu bleiben, andere Meinungen zu tolerieren, Kritik zu üben – aber niemals ohne Mitgefühl und Empathie. In seiner Haltung spiegelt sich die Haltung der sehr politischen Autorin.

Elif Shafak widmet sich auch in ihrem neuesten Roman wieder den dringlichsten Themen unserer Zeit: dem Streben nach Identität, Feminismus, Sexualität und Glaube.
Nationalisten erkennen sie nicht mehr als türkische Autorin an, klagen sie gar wegen Verunglimpfung des Türkentums an….
„Der Geruch des Paradieses“ – ein politischer, feministischer und sehr kluger Gegenwartsroman!