Buch

Ingrid Pohl

Buch: Grégoire Delacourt: Wir sahen nur das Glück

Empfohlen von: Ingrid Pohl

Ein verheißungsvolles Buchcover: Wolkenlos blauer Himmel, ein Mädchen, das einen Ball hoch wirft, im Titel das Wort „Glück“. Eine trügerische Idylle!Denn der französische Autor Delacourt führt uns das Leben eines Mannes vor, der alles andere als Glück hat. Oder, der – wenn er es denn mal hatte – es nicht zu sehen, es nicht zu schätzen wusste.
Antoine ist Gutachter bei einer Versicherung und muss beurteilen: Wieviel ist ein Mensch wert? Als er 41AqRWw8dQL__SX304_BO1,204,203,200_zugunsten einer verzweifelten Versicherten entscheidet, verliert er seinen Job. Die vermeintlich heile Welt des Familienvaters bricht zusammen, seine Frau verlässt ihn zusammen mit den beiden Kindern. Seine „Selbstbewertung“ fällt vernichtend aus: Weder hat er um die Liebe seines Lebens gekämpft, noch war er seinen Kindern ein besserer Vater, als sein eigener es ihm gewesen ist….
In kurzen Kapiteln changiert Delacourt zwischen dem jetzigen Leben und der eher lieblosen Kindheit seines Protagonisten, den die Verluste seines Lebens zu einer unglaublich verzweifelten Tat treiben.
Dabei hätten – sowohl in der Kindheit als auch im Jetzt – etwas mehr Interesse, etwas mehr Liebe und Achtsamkeit, hin und wieder eine Umarmung genügt, Schlimmeres zu verhindern.

Ein Pageturner – ein aufwühlender Roman, der das Schicksal einer Familie und die psychologischen Spannungsfelder dermaßen gut aufbereitet, dass es sicher jede/n LeserIn emotional und nachhaltig „mit nimmt“.