Buch

Ingrid Pohl

Buch: Judith Herrmann: Aller Liebe Anfang

Empfohlen von: Ingrid Pohl

Stella hat Mann, Kind, ein Haus am Rand der Stadt und arbeitet als Krankenpflegerin – ein Beruf, der sie ausfüllt. Ein alltägliches, zufriedenes Leben. Oft ohne ihren Mann Jason, der als Fliesenleger viel auswärts arbeitet, den sie deshalb in ihrem Leben vermisst.

Eines Tages wird die überschaubare Idylle gestört. Von einem Fremden, der sich – in Jasons Abwesenheit – einfach nur mal mit Stella unterhalten möchte. Doch Stella lehnt ab. Und der Fremde wird zur täglichen Bedrohung. Zum Stalker. Ein Albtraum, der mit jedem Tag eskaliert.

Stella fühlt sich dem Fremden aus der Nachbarschaft schutzlos ausgeliefert. Sie erzählt ihrer besten Freundin Clara davon, der Polizei und auch ihrem Mann. Doch alle Ratschläge helfen nicht wirklich weiter. Und da passiert etwas in ihrem Kopf, wovon viele Opfer berichten: Sie versucht zu verstehen. Und bleibt damit erst recht alleine.

Eine Lösung kommt erst am Ende – ausgerechnet durch Jason. Während Stella bis dahin alles eher passiv über sich ergehen lässt, wählt er zum Schutz seiner Familie eine radikale Lösung. Und öffnet so seiner Liebe zu Stella einen neuen Anfang….

 

Ein melancholischer Roman à la Judith Hermann – geschrieben in einer knappen und dennoch reichen Sprache. Ein Roman über den Aufbruch der Verhältnisse, der etwas Schreckliches, aber auch Erlösendes an sich hat.

„…Das ganze Leben ist ein Abgrund, und je weniger Sie sich fürchten, je länger Sie hineinschauen, desto mehr haben Sie davon….“ Aus Aller Liebe Anfang