Buch

Ingrid Pohl

Buch: Margaret Mazzantini: Niemand rettet sich allein

Empfohlen von: Ingrid Pohl

Ein aufwühlender Roman über das Zersplittern einer Ehe.

Delia und Gaetano lebten lange Zeit wie im Paradies. Sie hatten von allem genug: viele gemeinsame Glücksmomente, gut geratene Söhne, kreative Berufe, ein spannendes Umfeld in der pulsierenden Stadt Rom…Doch plötzlich stehen sie am Abgrund des Paradieses.

Margaret Mazzantini beschränkt die Handlung ihres – oft sprachlich provokativen – Romans auf die Dauer eines sich über Stunden hinziehenden Essens in einem römischen Restaurant. Über Rückblenden des Noch-Ehepaares erahnen wir die Gründe für die Erosion ihrer Liebe.

„Sie stehen am Rand einer Katastrophe. Unablässig starren sie sich an. Wie zwei Menschen an einem Abgrund. Mit der Angst, hinein zu stürzen. Von wo ist diese Kluft ausgegangen, die den Boden zerteilt hat? Sie können ringsumher suchen. Doch ein wirkliches Epizentrum gibt es nicht. Sie schauen sich an, lächeln.“

 

Unverdaute Kindheiten, Alltag, Routine, Langeweile……die üblichen „Verdächtigen“. Unzählige Male glauben wir von solchen Zermürbungsverläufen  in Romanen gelesen zu haben.

„Niemand rettet sich allein“ wird in besonderer Erinnerung bleiben. Denn Mazzantini erzählt die Geschichte eines jungen Paares unserer Zeit spannend, sehr emotional und vor allem – durch den Einblick in die Gedankenwelten der beiden ehemals Liebenden – schonungslos ehrlich.