Buch

Waltraud Leitmeier

Buch: William Faulkner: Licht im August

Empfohlen von: Waltraud Leitmeier

Gottfried Benn hat über diesen Roman 1935 geschrieben: „Negerproblem. äußerst fesselnde, fast beunruhigende Partien. Vorsichtig zu besprechen, keine unmittelbare Aufbauillusion darin!!!“
Die fehlende Aufbauillusion macht mir keine Probleme bei der Besprechung dieses Romans, ich nähere mich dem Buch, wie geraten, vorsichtig und ja, auch ehrfürchtig: Die Südstaaten der USA, die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts, eine kleine Stadt im Kupferlicht – man kann sich die Schwüle und Enge unmittelbar vorstellen, wird hineingezogen in den Mikrokosmos von Jefferson. Da ist eine sehr junge Frau, hochschwanger, auf der Suche nach ihrem Geliebten, der mit Whisky handelnde Arbeiter im Sägewerk, die alternde weiße Dame, der von seiner Kirchengemeinde verstoßene Prediger – und alle haben eine Geschichte, die ihr Verhalten erklärt, nicht entschuldigt, und ihr Schicksal verknüpft sich in kunstvoll verschlungenen Vor- und Rückblenden.

Einfach wunderbar geschrieben, kongenial übersetzt, eine Zeitreise!