Buch

Waltraud Leitmeier

Buch: Mohsin Hamid: Der Fundamentalist, der keiner sein wollte

Empfohlen von: Waltraud Leitmeier

Ein langer und einsamer Monolog ist dieser schmale Band, ein Monolog, der den Leser schnell in seinen Bann zieht. Changez, der ehrgeizige Princeton-Absolvent erzählt einem unbekannten Amerikaner von seinen Erfahrungen als Pakistani in USA. Er arbeitet nach seinem Studium für eine der wichtigsten Beraterfirmen des Landes, hat einen verständnisvollen Mentor, verliebt sich in eine Amerikanerin und bleibt doch ein junger Mann der „allein lebt und dadurch Bestätigung erfährt, dass er in einer Stadt, in der er nicht geboren ist, einen Anzug trägt“. Ein wunderbarer Satz, und in diesem Buch gibt es viele solcher Sätze, die seine Verlorenheit und Einsamkeit in einer ihm fremden Kultur aufzeigen.

Auf die verstörten Fragen des Westens, wie es möglich ist, dass jungen Männer und Frauen, die in England, den USA oder Deutschland aufgewachsen sind, den politischen Islam mit Gewalt verbreiten wollen gibt es hier zwar keine Antworten -aber einen Blick in die Seele dieser Menschen können wir wohl werfen.