Buch

Daniela Raif

Buch: Bodil Malmsten: Der Preis des Wassers in Finistére

Empfohlen von: Daniela Raif

Bücher von Menschen aus kälteren Gefilden, die sich im Süden ein Haus kaufen, um dort einen Großteil ihres Lebens zu verbringen, gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Das weiß auch die Schwedin Bodil Malmsten. Auch sie kauft sich ein Haus, am französischen Atlantik. Da sie zufällig Schriftstellerin ist und sie gegenüber ihrer Nachbarin Madame C einmal erwähnt  – Hier ist es so schön, man müsste ein Buch darüber schreiben – und diese sie daraufhin immer wieder bedrängt, genau dies zu tun, ja, aus diesem Grund gibt es jetzt auch das Buch „Der Preis des Wassers in Finistére“. (Madame C findet den Titel übrigens schrecklich trocken). So wie der Titel anders ist, so unterscheidet sich auch das Buch von anderen seiner Art. Zunächst einmal ist es einfach gut geschrieben. Bodil Malmsten beschreibt liebevoll, was sie anpflanzt, wie alles wächst und gedeiht, wie wohl sie sich fühlt, in ihrem Garten mit Blick auf das Meer. Sie beschreibt zum Schreien komische Sprachmissverständisse mit den Händlern des kleinen Ortes, den Handwerkern, die sich Zeit lassen oder gar nicht kommen und sie berichtet über Madame C, ihre elegante Nachbarin, mit der sie sich über den Gartenzaun hinweg nach einer Weile auch ein bisschen anfreundet. Sie verpackt aber auch andere Themen auf leicht erzählte Weise in diesem Buch: Kindheitserinnerungen aus den nordschwedischen Bergen, Gedanken über das Alter, über Reich und Arm, soziales Engagement, Rassismus und sie übt auch mehrfach starke Kritik an ihrem Vaterland Schweden.

Hinter dem etwas zu lieblichen Cover verstecken sich in diesem Buch viele schöne und kluge Gedanken, liebevolle Naturbeschreibungen und ein gewisser Witz im Kampf gegen die Alltagsprobleme in einem fremden Land.