Buch

Ingrid Pohl

Buch: Jochen Rausch: Krieg

Empfohlen von: Ingrid Pohl

„Ich will noch nicht sterben.“ Dies sind die letzten Worte von Christian, Sohn des Lehrers Arnold Stein, kurz bevor er zu seinem Einsatz als Soldat nach Afghanistan aufbricht. Die Vorahnung bestätigt sich. Aber das erfahren wir erst viel später. Als lesende Begleiter des Vaters, der nach dem sinnlosen Tod seines Jungen Zuflucht in einer abgeschiedenen Berghütte sucht und keinen Frieden findet.  Denn auch da will jemand „Krieg“. Durch einen Einbruch in der Hütte wird ihm fast alles genommen. Rohe Gewalt an seinem einzigen ihm verbliebenen Weggefährten – dem Hund, an seinem Radio – einzige Verbindung zur Außenwelt. Mit einem Hieb alles zerstört…Stein muss sich stellen: dem Kampf auf Leben und Tod mit unbekanntem Gegner. Und er begreift, wie alles zusammenhängt: Das Schicksal seines Sohnes mit der zerstörerischen Trauer seiner Frau und dem eigenen Fluchtversuch aus seinem Leben. Beim Lesen stockt einem immer wieder der Atem, so spannend inszeniert Rausch die inneren und äußeren Befindlichkeiten seines Protagonisten. Seine Beobachtungsgabe darf als außergewöhnlich bezeichnet werden. Jochen Rausch – Autor, Journalist und Musiker – ist seit 2000 Programmchef von Radio 1LIVE (WDR). Wir können nur hoffen, dass ihm trotz dieser Herausforderung noch genügend Zeit zum Schreiben bleibt. Sein nächstes Buch kann ich kaum erwarten!